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Bahnhof Stockum

Stockum, das ist nicht nur ein im Münsterland häufig vorkommender Ortsname, sondern auch der Name eines Bahnhofes der Werne-Bockum-Höveler Eisenbahn. Diese Eisenbahngesellschaft mit ihrer 12 Kilometer langen Strecke hat niemals in ihrer über hundertjährigen Geschichte zur Reichsbahn, Deutschen Bundesbahn oder Deutschen Bahn AG gehört, sondern ist bis zum heutigen Tage ein selbstständiges Eisenbahnunternehmen unter dem Dach der Ruhrkohle AG geblieben. Im Jahre 1902 gegründet war das Tagesgeschäft des Unternehmens der Kohletransport von der Zeche Werne zum Bahnhof Bockum-Hövel. Von dort aus gingen die Transporte weiter zur Georgsmarienhütte bei Osnabrück als Endabnehmer der in Werne geförderten Steinkohle.

1975 wurde der Förderbetrieb auf der Zeche Werne eingestellt, seither wird das Kohlekraftwerk „Gersteinwerk“ mit Steinkohle und Material über die Strecke beliefert. Im gleichen Jahr wurde der Betrieb mit Dampflokomotiven eingestellt, zudem wurde der Abschnitt vom Stockum bis Werne Ost stillgelegt. Ein Kuriosum bestand bis 1985: Die Betriebserlaubnis der Strecke beinhaltete auch die Verpflichtung, einen Personenverkehr durchzuführen. Dieser Auflage kam man nach, in dem man einem der zahlreichen Güterzüge einen Personenwagen anhing und einen „Güterzug mit Personenbeförderung“ auf die Strecke schickte. Die Fahrkarte für eine Einzelfahrt kostete bis zum Schluss 50 Pfennige; Fahrgäste waren zum Schluss vornehmlich Eisenbahnfreunde und geschlossene Schulklassen auf Klassenausflug.


Der Bahnhof Stockum befindet sich etwa in der Mitte der 12 Kilometer langen Strecke, von hier aus werden das Gersteinwerk und verschiedene Anschließer im Güterverkehr bedient. Das ehemalige Empfangsgebäude für den Personenverkehr ist unverändert erhalten geblieben und dient heute einem Verein als Domizil.



Das Gebäude in Fachwerkbauweise steht traufständig zum Bahnsteig, zwei Eingangstüren und drei Fenster gliedern die Fassade. Das Innere besteht einzig und allein aus einem Warteraum mit einer an den Außenwänden rundum verlaufenden Sitzgelegenheit und einem Kanonenofen in der Mitte als Heizung für kalte Tage. Ein Abort für menschliche Bedürfnisse sucht man vergeblich. Das Gebäude wurde ganz offensichtlich ausschließlich für den Berufsverkehr der anwohnenden Bergleute und Kraftwerksmitarbeiter geplant und genutzt.


Im Landesarchiv NRW finden sich auch noch technische Zeichnungen der Fahrzeuge der Werne-Bockum-Höveler Eisenbahn für die ursprüngliche Ausstattung aus dem Jahre 1902:

 

 

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