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Bahnhof Lette

Eisenbahnmuseum

Wie transportiert man ein Krokodil mit dem Zug? - Kuriositäten rund um die Eisenbahn

Neue Jahresausstellung im Alten Bahnhof Lette – Eröffnung am 4. November 2018

„Was man aus dem Thema Eisenbahn alles machen kann?!“ war die mehrfach gestellte erstaunte Frage von Besuchern, die bei der Vorbereitung im Alten Bahnhof Lette dem Gestalter der neuen Ausstellung über die Schulter schauten. Seltsame. Verwunderung erregende, skurrile Gegenstände gibt es da zu entdecken. Ein großes Spektrum merkwürdiger, vom Üblichen abweichender Sachen erregt Aufsehen. Ein großes Bild fällt ins Auge: Handgestickte Zeilen „Der Dienst ist schwer, das Herz ist leicht, Drum Herrgott bleib uns stets geneigt, Uns allen von der Eisenbahn schenk Segen, Glück und Wohlergehn“ umrahmen die Photographie einer preußischen T2-Tenderlok von 1881. Die Vitrinen in den ehemaligen Dienst- und Warteräumen bieten jede Menge Kuriositäten aus der weiten Eisenbahnwelt. Unterschiedliche Ehrenurkunden, Gußtafeln der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer u. Anwärter, Jubiläumsteller von der Dampflok bis zum Kiepenkerl und Treuegeschenke in Form einer Armbanduhr sind ausgestellt. Die Sammlung von Pater Daniel Hörnemann wurde durchforstet nach „Kuriositäten rund um die Eisenbahn“. Eine unglaubliche Vielfalt von nützlichen und unnützen, aber netten Dingen wurde seit Beginn der Eisenbahngeschichte in Lokomotivform hergestellt. Humoristische Bahnkarten antworten auf solche Fragen: Wie transportiert man ein Krokodil per Bahn oder eine überdimensionierte Wassermelone? Dampflokomotiven als Schnapsfläschchen, aus einem Mädchenschuh gebastelt, als Wecker oder Tischfeuerzeug, als Handbürste oder Bleistift-Anspitzer, auf Bierkrügen, die Lok in der Schneekugel zum Schütteln oder als Kuschel-Lok für die Nacht.

Es gibt nichts, was es nicht gibt in der Kuriositätenwelt rund um die Eisenbahn. Die Gegenstände zwischen Kitsch und Kunst bezeugen die weitreichende Bedeutung der Eisenbahn. Sie wurde als Motiv wo immer möglich verwendet, ob auf Tassen, Schüsseln, Tellern, Gläsern, T-Shirts, Krawattennadeln, Bierdeckeln, Teedosen, Zündholzschachteln, Kartenspielen. Eine Vitrine zeigt Armbanduhren, Taschenuhren, sowie Eisenbahnerknöpfe aus verschiedenen Ländern und Epochen. Ein Sammelalbum für Zuckerverpackungen aus Bahnhofsrestaurants hat genauso Seltenheitswert wie ein originales Locomotiv-Skizzenbuch aus der Zeit um 1900. Puzzles, Brettspiele, Aufstell-Kinderbilderbücher, Eisenbahn-ABC-Bücher, Eisenbahn-Fingerhüte wechseln sich ab mit Lokomotivenquartetts sowie Eisenbahnerlikör vom Niederrhein und Himbeergeist von der Westfrankenbahn. Eine Photographie aus dem Ersten Weltkrieg zeigt den längsten Eisenbahnsoldaten mit je einem zwergenhaften Kameraden zu beiden Seiten.

In den 1950er Jahren gab es Teile eines Zuges jeweils beim Kauf von einem Pfund Margarine. Die Lehrlingsarbeit von 1920 aus der englischen Bahnwerkstätte Swindon ist zwar nicht ganz fertig geworden, zeigt aber ein beeindruckendes Metallmodell einer 2’B-Lokomotive der Great Western Railway. Eine Penny-Münze von 1896 legten englische Kinder vor über hundertzwanzig Jahren auf die Schienen. Der darüber gefahrene Zug hinterließ deutliche Spuren an der Münze. Das älteste Stück ist eine Medaille von 1844 mit Dampflok unter dem Motto „Vorwärts mit deutschem Fleiß und deutscher Kraft!“ Aus Materialien aller Art – Knetmasse, Glas, Holz, Metall, Ton, Plastik, Papier, Streichhölzer – wurden Loks und Wagen gefertigt. Weihnachtsmänner auf der Dampflok, Schaffner als Räuchermännchen – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Rekordverdächtig sind das längste Kinder-Eisenbahnbuch der Welt und der längste Eisenbahn-Adventskalender. Ein kompletter Whiskyzug, leider ohne das hochprozentige Ladegut, zeigt Werbung unterschiedlicher schottischer Destillerien

Die zahlreichen Ausstellungsstücke belegen die ungebrochene Faszination der großen und kleinen Eisenbahn. Die Eisenbahnfreunde hoffen auf viele große und kleine Besucher, die sich daran erfreuen mögen. Die neue Ausstellung wird am Sonntag, 4. November 2018, um 15 Uhr eröffnet und ist an jedem 1. Sonntag des Monats 15-18 Uhr regulär sowie für Gruppen nach Anmeldung (02541/6986) geöffnet.

Am 11. November 2018 ist wiederum eine Eisenbahnbörse im Alten Bahnhof Lette geplant.

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